Monat: Mai 2020

Trenntoilette

Eine Trenntoilette ist eine sehr umweltfreundliche Variante, seine Geschäfte zu erledigen, da weder Chemie noch Wasser gebraucht wird. Bei einer Trenntoilette wird, wie der Name schon sagt, Flüssiges vom Festen getrennt.

Durch einen speziellen Trenneinsatz wird das Pipi durch den vorderen Teil in einen Kanister geleitet. Alles Feste fällt im hinteren Teil in einen Behälter, in den man nach jedem Stuhlgang eine Hand voll Holzspäne oder Erde streut. Dies entzieht den Feststoffen die Feuchtigkeit und verhindert so üble Gerüche. Um geruchsmäßig auf Nummer sicher zu gehen, haben wir zusätzlich einen Luftschacht gelegt, um Gerüche nach draußen zu leiten.

Wir haben unsere Trenntoilette mit einem Trenneinsatz, der Firma Kildwick  gebaut. Er ist so konzipiert, dass er für Männer und Frauen gleichermaßen gut und sauber funktioniert. Durch die Fertigung aus hochwertigem, robustem und zugleich recyclebarem Polystyrol hat der Kildwick Urinabscheider extrem glatte Oberflächen, auf denen Keime und Bakterien keinen Nährboden finden. Dies erleichtert vor allem die Reinigung.

Warm durch den Winter

Da wir ganzjährig im Bus leben werden und in unterschiedliche Klimazonen reisen, ist ein ausgeklügeltes Heizsystem eine gute Voraussetzung.

Wir haben uns für eine Kombination aus einem kleinen Speicherofen (Gusseisen) mit Frischluftzufuhr und einer Fußbodenheizung mit 2 Heizkreisen entschieden.

Eine Standheizung wäre natürlich die einfachere Variante gewesen, aber wir wollen eine Heizung, die wir mit nachwachsenden Rohstoffen, in diesem Fall Holz betreiben können und nicht mit Gas oder Benzin/Diesel. Bei der Fußbodenheizung hatten wir einen klaren Mehraufwand bei der Installation. Wir mussten Fugen in die Bodendämmung fräsen, die Leitungen möglichst eng in die Fugen legen, einen Heizkreisverteiler installieren, einen 60 Liter Boiler als Wärmespeicher anbringen, und und und…

So kamen wir  nicht nur zu einem Mehraufwand, sondern auch zu einem deutlichen Mehrgewicht. So hat halt jeder seine Prioritäten.

Neben dem nachhaltigkeits Faktor, hat dieses Heizsystem den weiteren Vorteil, das es auch unser Dusch/Brauchwasser erhitzen kann. Durch die Kupferspirale, die sich um das Ofenrohr windet fließt das Wasser aus dem Boiler und wird somit erwärmt. Dadurch, dass der Boiler höher platziert ist, als der Ofen fließt das Wasser ganz ohne Pumpe. Nur durch die natürlich Konvektion steigt das erhitzte Wasser,  aufgrund seiner geringeren Dichte im Boiler nach oben, während gleichzeitig das kältere Wasser aus dem Boiler in einer anderen Leitung abwärts zum Ofenrohr sinkt.

 

 

Das erhitzte Wasser wird mit Hilfe einer Pumpe aus dem Boiler durch die Leitungen der Fußbodenheizung befördert und verteilt somit über den Boden, die Wärme im gesamten Bus. Nachdem es den Boden durchlaufen hat, kommt das erkaltete Wasser wieder im Boiler an und fließt aufgrund seiner größeren Dichte direkt zum Ofenrohr, um dort erhitzt zu werden.

Es besteht ebenfalls die Möglichkeit unser Dusch-/Brauchwasser zu erhitzen. Dafür wird das warme Wasser aus dem Boiler durch den Wärmetauscher in unseren Elektroboiler gepumpt und erwärmt dort die 20l Wasser.

 

Unser Fazit ist: Der Aufwand einen Holzofen und eine Fußbodenheizung in einen Bus einzubauen ist natürlich enorm, aber für unsere Bedürfnisse ist dieses Heizsystem ideal. Und mal ehrlich, was gibt es schöneres, als abends am Kaminofen zu sitzen und in das knisternde Feuer zu schauen?

 

Stromversorgung

Einer der ersten und relevantesten Schritte bei der Planung der PV-Anlage war es, ein Jahresprofil von unserem vermeintlichen Stromverbrauch zu erstellen. Dafür haben wir die Nennleistung (Watt) und die jeweilige Einschaltdauer unserer Verbraucher im Tagesverlauf, mit Rücksicht auf die verschiedenen Jahreszeiten notiert. Wenn man dann die Anzahl der Verbraucher mit Leistung und Betriebszeit multipliziert, erhält man den Energieverbrauch in Wattstunden.

Zum Beispiel: 4 Energiesparlampen verbrauchen je 10 Watt und sind täglich 5 Stunden in Betrieb.

4x10x5= 200 Wattstunden

Nachdem wir unseren ungefähren Strombedarf ermittelt haben, mussten wir für die richtige Wahl der Batterien und des Wechselrichters noch die maximal Belastung herausfinden. Wie viel Watt verbrauchen wir, wenn fast alle Geräte gleichzeitig eingeschaltet sind?

Dadurch, dass wir im Winter unser Wasser mit dem wassergeführten Holzofen erhitzen und nur im Sommer, wenn genug Strom zur Verfügung steht, den elektrischen Heizstab im Boiler einschalten, ist unser Stromverbrauch relativ gering. Auch die maximale Belastung wird nicht allzu hoch sein, da wir hauptsächlich Akkugeräte haben.

Dennoch wird unser Bus selten die Bekanntschaft mit einem Landstrom-Anschluss machen, da unsere Ziele eher abgelegene Orte fern von Campingplätzen sind. Dementsprechend muss unsere Stromversorgung in jeder Lebenslage komplett autark funktionieren.

Der Winter, oder  schlechtes Wetter, bei dem die Sonne sich für einige Tage verweigert, ist nicht wirklich zu vermeiden. Um für diesen Fall gewappnet zu sein, müssen wir die nötige Energie speichern. Dafür  haben wir zwei Victron Energy 12V 220Ah Deep CycleGel Batterien verbaut. Diese Batterien sind langlebig, leistungsstark und gasen nicht aus. Ein Lithium Akku wäre natürlich leichter gewesen und man hätte ihn tiefer entladen können, aber die leichte Entflammbarkeit, der zerstörerische Abbau und die fehlenden Recyclingmethoden, haben uns abgeschreckt.

Auf unserem Dach befinden sich 6 Solarmodule mit je 240 Watt. Diese sind  in zwei Strings aufgeteilt, um auch bei einer Teilverschattung des Daches noch Energie zu gewinnen. Die gewonnene Energie wird von 2 Solarladereglern gemanagt und in die Batterien eingespeist.

Die zwei 12 Volt Batterien sind in Serie geschaltet, sodass ein Bordnetz von 24 Volt entsteht. Mit einer Spannung von 24 Volt ergibt sich ein dünnerer Kabelquerschnitt im DC Bereich, als bei einem 12 Volt Netz, was wiederum Platz und Geld einspart.

Da wir in unserem Bus aber eine Elektrik wie im Haus haben wollen, um in der Lage zu sein, normale Lampen, Steckdosen und andere Geräte zu verwenden, brauchen wir einen Wechselrichter, der den Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt (bzw. die Spannung von 24 auf 220 Volt transformiert).

Nun muss die Elektroinstallation noch entsprechend abgesichert werden. Falls es mal zu einem Kurzschluss kommt, brennt lediglich die Sicherung durch und nicht das Kabel.

Bei einem 220 Volt Netz ist ebenfalls ein Personenschutz erforderlich. Der FI-Schalter hat die Aufgabe, einen elektrischen Verbraucher innerhalb von 0,2 s  auszuschalten, falls dieser einen Fehler vorweist und eine für Personen gefährliche Berührungsspannung entsteht.

Eine professionelle Elektroinstallation und die damit verbundene Absicherung, ist uns sehr wichtig, da es im Zweifelsfall um unser Leben gehen kann. Deswegen haben wir dieses Projekt Stück für Stück mit einem Fachmann der Firma „Green Akku“ besprochen und es vor dem Gebrauch von einem Elektriker abnehmen lassen.

Endlich wieder Holz!

Nach all den  Stahlarbeiten an der Karosserie und der langwierigen Dämmung, konnten wir es kaum erwarten, wieder mit Holz zu arbeiten.

Zu aller erst fingen wir an, das Ständerwerk für die nötigen Wände zu ziehen, da Bad und Schlafzimmer abgetrennte Räume werden sollten. Diese Wände wurden dann, je nach gewünschter Optik, mit 6mm Pappel Sperrholz, recycleten Palettenlatten, oder im Badezimmer mit Rigips für Feuchträume verkleidet.

 

 

Für die Außenwände und die Decke verschraubten wir Dachlatten mit den Stahlträgern der Karosse, worauf wir dann, an den Wänden 10mm- und an der  Decke 6mm starkes Sperrholz angebracht haben. Dabei haben wir so gut wie möglich darauf geachtet, Kältebrücken, wie zum Beispiel Schrauben, die die Karosserie mit dem Innenraum verbinden, zu vermeiden.

Die Decke sowie die Außenwände haben wir mit Kalkfarbe gestrichen, welche wir dann mit Naturharz versiegelt haben, um das Holz vor Luftfeuchtigkeit und Kondenswasser zu schützen.

Bei dem Fußboden haben wir uns für Eichendielen entschieden. Diese sind  zwar nicht besonders leicht, aber dafür robust, regional und langlebig.

Die Fußbodenheizung

Mittlerweile war es Januar und die Dämmung hatten wir endlich erledigt!

Doch bevor wir die Wände verkleiden und den Fußboden verlegen konnten, mussten wir noch so einige Leitungen verlegen…

Zu allererst haben wir uns die Leitungen für die Fußbodenheizung vorgenommen (klingt dekadent aber letztendlich ist es ein verhältnismäßig günstig und ziemlich nachhaltiges Heizsystem). Um das Alu-Verbund Rohr stabil und effektiv im Boden zu verlegen, haben wir mit der Oberfräse die Spur, in der das Rohr liegen soll in das Styrodur gefräst. Nun wurde das Rohr so in die Spur gezwängt, dass es ungefähr einen Millimeter herausragte, damit es nachher den Dielenboden direkt berührt, um eine maximale Fußwärme zu erreichen.

Mit dem restlichen Alu-Verbund Rohr haben wir die Wasserleitungen in Dusche und Küche verlegt.

Der nächste Schritt war es sämtliche Stromleitungen zu verlegen. Ein Thema welches mir nicht besonders liegt, aber zum Glück hat Julian genügend Erfahrung und Kenntnisse und behielt trotz all den Kabeln immer den Überblick. Wir verlegten 2,5 Quadrat, feinadrige Leitung für 13 Steckdosen und 3 Lichtschalter quer durch den Bus.

Wir haben die Kabel in Schutzrohre gelegt, um sie vor äußeren Einflüssen zu schützen.Um sie  unempfindlich gegen Vibrationen zu machen, haben wir sie zusätzlich  in regelmäßigen Abständen, mit Klemmen befestigt.

Die Dämmung

Wir haben mehrere Wochen damit verbracht, den Bus vernünftig abzudichten. Es tropfte an so vielen Stellen rein, dass wir garnicht herausfinden konnten, wo genau das Wasser herkommt, deshalb haben wir uns dazu entschieden, jede einzelne Fuge und Niete mit Karosseriekleber abzudichten.

Nach einem bestandenen Test mit dem Kärcher, ging es nun darum den Innenraum langfristig vor Rost zu schützen. Mit Ovatrol, Pellox und speziellen Rostschutzlacken haben wir den gesamten Innenraum bearbeitet, um bestehenden Rost zu entfernen und die Karosserie auch in Zukunft beständig gegen Rost zu machen.

 

Mittlerweile war es schon November und fing nachts an zu frieren, sodass auch im Bus Eiszapfen von der Decke hingen. Wenn man morgens den Ofen anmachte, um eine einigermassen angenehme Temperatur zum Arbeiten zu haben, taute natürlich das Eis und der gesamte Bus war klitschnass. So konnte es auf keinen Fall weitergehen! Wir mußten dämmen…

Bekanntlich ist es so, dass, wenn kalte Luft auf warme Luft trifft, eine Kondensation entsteht, die wir natürlich auf keinen Fall wollen, da sonst unser Bus zu einer Tropfsteinhöhle wird. Also müssen wir mit Hilfe der Dämmung den Taupunkt nach außen verlagern. Klingt erstmal ganz einfach…

Ich hätte sehr gerne mit natürlichen Materialien wie Holz- oder Schafwolle gedämmt, aber diese eignen sich für Stahlwände leider nicht besonders gut, weil sie Wasser aufnehmen und somit die Karosse rostet und unser Holzausbau modert. Dementsprechend mussten wir leider Dämmung aus Kunsttoff verwenden. Glücklicherweise haben wir die Dämmmatten aus Polyethylenschaumstoff, auch bekannt als Trocellen, als Abfallprodukt einer Firma kaufen können. Dabei handelte es sich um Matten, die schmutzig und teilweise beschädigt waren. Das war uns aber völlig egal. Die nächsten drei Wochen haben wir damit verbracht das Trocellen mit Pattex Kraftkleber (stinkendes Teufelszeug) an den Wänden und der Decke anzubringen.

Wir haben insgesamt drei Lagen gedämmt, was ungefähr 4 cm entspricht. Nach den Wänden kam der Boden! Den Boden wollten wir mit Styrodur dämmen und haben lange nach gebrauchtem Styrodur gesucht, aber nie genug gefunden. Bis uns aufgefallen ist, dass das Kühlhaus auf unserem Grundstück, welches sowieso abgerissen werden soll, mit 8cm Styrodurplatten gedämmt ist. Diese haben wir direkt weiterverwendet und unseren Boden gedämmt…