Stromversorgung

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Einer der ersten und relevantesten Schritte bei der Planung der PV-Anlage war es, ein Jahresprofil von unserem vermeintlichen Stromverbrauch zu erstellen. Dafür haben wir die Nennleistung (Watt) und die jeweilige Einschaltdauer unserer Verbraucher im Tagesverlauf, mit Rücksicht auf die verschiedenen Jahreszeiten notiert. Wenn man dann die Anzahl der Verbraucher mit Leistung und Betriebszeit multipliziert, erhält man den Energieverbrauch in Wattstunden.

Zum Beispiel: 4 Energiesparlampen verbrauchen je 10 Watt und sind täglich 5 Stunden in Betrieb.

4x10x5= 200 Wattstunden

Nachdem wir unseren ungefähren Strombedarf ermittelt haben, mussten wir für die richtige Wahl der Batterien und des Wechselrichters noch die maximal Belastung herausfinden. Wie viel Watt verbrauchen wir, wenn fast alle Geräte gleichzeitig eingeschaltet sind?

Dadurch, dass wir im Winter unser Wasser mit dem wassergeführten Holzofen erhitzen und nur im Sommer, wenn genug Strom zur Verfügung steht, den elektrischen Heizstab im Boiler einschalten, ist unser Stromverbrauch relativ gering. Auch die maximale Belastung wird nicht allzu hoch sein, da wir hauptsächlich Akkugeräte haben.

Dennoch wird unser Bus selten die Bekanntschaft mit einem Landstrom-Anschluss machen, da unsere Ziele eher abgelegene Orte fern von Campingplätzen sind. Dementsprechend muss unsere Stromversorgung in jeder Lebenslage komplett autark funktionieren.

Der Winter, oder  schlechtes Wetter, bei dem die Sonne sich für einige Tage verweigert, ist nicht wirklich zu vermeiden. Um für diesen Fall gewappnet zu sein, müssen wir die nötige Energie speichern. Dafür  haben wir zwei Victron Energy 12V 220Ah Deep CycleGel Batterien verbaut. Diese Batterien sind langlebig, leistungsstark und gasen nicht aus. Ein Lithium Akku wäre natürlich leichter gewesen und man hätte ihn tiefer entladen können, aber die leichte Entflammbarkeit, der zerstörerische Abbau und die fehlenden Recyclingmethoden, haben uns abgeschreckt.

Auf unserem Dach befinden sich 6 Solarmodule mit je 240 Watt. Diese sind  in zwei Strings aufgeteilt, um auch bei einer Teilverschattung des Daches noch Energie zu gewinnen. Die gewonnene Energie wird von 2 Solarladereglern gemanagt und in die Batterien eingespeist.

Die zwei 12 Volt Batterien sind in Serie geschaltet, sodass ein Bordnetz von 24 Volt entsteht. Mit einer Spannung von 24 Volt ergibt sich ein dünnerer Kabelquerschnitt im DC Bereich, als bei einem 12 Volt Netz, was wiederum Platz und Geld einspart.

Da wir in unserem Bus aber eine Elektrik wie im Haus haben wollen, um in der Lage zu sein, normale Lampen, Steckdosen und andere Geräte zu verwenden, brauchen wir einen Wechselrichter, der den Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt (bzw. die Spannung von 24 auf 220 Volt transformiert).

Nun muss die Elektroinstallation noch entsprechend abgesichert werden. Falls es mal zu einem Kurzschluss kommt, brennt lediglich die Sicherung durch und nicht das Kabel.

Bei einem 220 Volt Netz ist ebenfalls ein Personenschutz erforderlich. Der FI-Schalter hat die Aufgabe, einen elektrischen Verbraucher innerhalb von 0,2 s  auszuschalten, falls dieser einen Fehler vorweist und eine für Personen gefährliche Berührungsspannung entsteht.

Eine professionelle Elektroinstallation und die damit verbundene Absicherung, ist uns sehr wichtig, da es im Zweifelsfall um unser Leben gehen kann. Deswegen haben wir dieses Projekt Stück für Stück mit einem Fachmann der Firma „Green Akku“ besprochen und es vor dem Gebrauch von einem Elektriker abnehmen lassen.

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